By: Cordelia Scherwitz
Hamburger Morgenpost vom 08.09.2001

 
 


Brücken zwischen Nationen

(Bridges Between Nations)

Theorie ist gut, Praxis ist besser. Während anderswo Ausländerpolitik für Wahlkämpfe instrumentalisiert wird, profiliert sich eine Initiative an der Elbe mit gelebter integration. Hinter dem heute im Stadtpark stattfindenden Festival "Welt*Musik*Bewegung" steht der Afghane Haroon Karghaee. Unter den Stars heute im Stadtpark bei der "Welt*Musik*Bewegung" Premiere: Heinz Rudolf Kunze, jamaica Papa Curvin und der afghanische Sänger Farhad Darya. Cordelia Scherwitz sprach mit dem heute in den USA lebenden Künstler.

MOPO: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Künstler in der schwierigen Situation Ihres Landes?

Darya: Musik ist das Einzige, worauf die Menschen in Afghanistan noch vertrauen. Die politiker berauben die Menschen ihrer würde. Musik kommt in dieser Situation die Rolle eines "Propheten" zu - obwohl sie offiziell unter den taliban verboten ist und die Menschen nur illegal an die Tonträger herankommen. Ich liebe mein Land. Wenn die Menscen in und aus Afghanistan leiden, dann bin ich für sie da. Ich möchte
der Welt aber auch das andere Afghanistan zeigen, das sehr freundlich, offen und tolerant ist.

MOPO: Was bedeutet Ihnen der Auftritt im Rahmen der welt*Musik*Bewegung?

Darya: Das Festival gibt mir die Möglichkeit, mit Menschen aus verschiedenen kulturen und Nationen zu kommunizieren, Brücken zu schlagen. Ausserdem ist hanburg für mich ein ganz besonderer Ort: Es ist meine zweite Heimat. Als ich 1990 aus Afghanistan geflohen bin, war Hamburg meine erste Anlaufstelle. Ich blieb fast fünf jahre. Hier hat meine internationale Karriere begonnen, hier habe ich viele Freunde. Hamburg hat mir sehr viel geschenkt.

 



   
 
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